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Die überparteiliche Parlaments-WG um SVPler Mike Egger reicht Vorstösse ein, um Unternehmen, die Lehrstellen schaffen, zu belohnen.

von Matthias Bärlocher

Die Jugendarbeitslosigkeit droht stärker anzusteigen als der Durchschnitt, warnen Ökonomen. Die Corona-Krise macht es für Unternehmen nicht gerade attraktiv, weiterhin viele Lehrlinge auszubilden. Diese Abwärtsspirale will die Junge SVP stoppen. Mit einem Vorstoss, der auf breite Unterstützung zählen kann.

Lehr-Geld für Unternehmer

SVPNationalrat Mike Egger wird die Motion heute einreichen, im Video-Interview mit Nau.ch kündigt er aber auch eine Überraschung an. Wie Nau.ch weiss, sind erstmals auch seine Mitbewohner Mit-Unterzeichner eines gemeinsamen Vorstosses. Denn mit Franziska Ryser (Grüne) und Andri Silberschmidt (FDP) lebt Egger in Bern in der prominentesten Polit-WG des Landes.Franziska Ryser (Grüne), Andri Silberschmidt (FDP) und Mike Egger (SVP) bilden sowohl eine Nationalrats-WG als auch die Urheber der Motion für einen Steuerabzug für die Schaffung von Lehrstellen. – Nau.ch 

«Die Problematik ist, dass Lehrstellenanbieter mit immer mehr Aufgaben konfrontiert sind», erklärt Egger. Das gelte es zu honorieren, denn so werde es auch wieder attraktiver, Lehrstellen anzubieten. Denn diese stehen für Egger am Ursprung des Schweizer Wohlstands: «Wir werden auf der ganzen Welt für unser duales Bildungssystem beneidet.»

Breite Unterstützung für Anliegen der Polit-WG

Den Jungpolitikern schweben Steuer-Abzüge als Lösung vor. «Das könnte so aussehen, dass man die Aufwände steuerlich geltend machen kann. Das wäre eine sehr einfache Form, die hoffentlich Wirkung erzielt auf dem Lehrstellenmarkt.»

Für einmal kann der selbsterklärte «Büezer» aus dem St. Galler Rheintal auf breite Unterstützung für seinen Antrag zählen. Nicht nur seine WG-Gschpänli sehen die Forderung wohl als wichtiger an als die strikte Einhaltung des Ämtliplans. Auch aus Gewerkschaftskreisen ist zu vernehmen, dass der Vorschlag jedenfalls prüfenswert sei.

Kein Mittel gegen Corona-Krise

Dass sein Vorstoss den aktuell Betroffenen, die diesen Herbst eine Lehrstelle suchen, kaum helfen wird, räumt Egger bereitwillig ein. Zu lange dauern die parlamentarischen Verfahren, bis eine Gesetzesänderung ausgearbeitet, modifiziert und abgesegnet ist. «Das ist eine langfristige Aktion. Wir wollen eine Attraktivitätssteigerung schaffen und wichtig ist auch, dass es überparteilich abgestützt ist.»

Das duale Bildungssystem gelte es für die Zukunft fit zu machen: «Dann bleiben wir weiterhin erfolgreich!» Deshalb reicht Egger auch gleich noch einen zweiten Vorstoss ein. In einem Postulat verlangt er vom Bundesrat einen Bericht, der die Probleme beim Lehrstellenmangel aufzeigen soll. Egger denkt dabei vor allem an administrative Hürden – Probleme, die nur bedingt mit Geld zu lösen wären.

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