cropped-Andri-Silberschmidt-Logo-00AEEF.webp

Eine Volksinitiative könnte das Hardturm-Projekt kippen

Jahrzehnte schon wird in Zürich über das Hardturm-Areal gestritten. Nachdem das Projekt «Ensemble» 2020 definitiv das Ja an der Urne erhielt, könnte nun die sogenannte «Uferschutzinitative» das gesamte Vorhaben dennoch kippen.

2020 meinten viele der Verantwortlichen definitiv Gewissheit über die Zukunft des Hardturm-Areals zu erhalten: Ein neues Stadion sowie eine Genossenschaftssiedlung mit Wohnungen und zwei Hochhäusern sollten her. Zu dem Projekt mit dem Namen «Ensemble» sagte das Stimmvolk an der Urne Ja. Doch hat man sich zu früh gefreut?

Gezielte Attacke?

Das zumindest vermutet die NZZ in einem Artikel vom Freitag. Dort spekuliert man, dass eine gänzlich andere Initiative dem Projekt – allen voran den zwei Wohnhäusern – den Garaus machen könnte. Und dass man mit dieser ganz gezielt gegen das Hardturm-Projekt schiesse.

Die Uferschutzinitiative, welche im Frühling 2023 offiziell eingereicht worden ist, will den Bau von Hochhäusern entlang der Gewässer der Stadt verbieten. Ein 200 Meter breiter Streifen links und rechts der Limmat solle frei bleiben von neuen, allzu hohen Bauten. Ein Streifen, in welchen auch die beiden Hochhäuser des Hardturm-Projekts reinfallen würden.

Vieles deute darauf hin, dass die Initiative gezielt gegen «Ensemble» gerichtet sei, so die Autoren des Artikels. So sei zum einen das Projekt ohne den Bau der beiden Türme nicht finanzierbar. Zum anderen seien im Initativkommitee viele der Personen, die sich mehrmals gegen das Stadion selbst aussprachen.

Eine Verzögerung ist durchaus möglich

Ob eine neue Initiative bereits Entschiedenes wieder zur Debatte stellen könnte, daran zweifeln aber auch die Autoren des Artikels an. So schreibe das städtische Hochbaudepartement auf Anfrage, die Initiative werde den Gestaltungsplan «nach unserer Einschätzung» nicht tangieren.

Auch ein befragter Rechtsexperte halte es für wahrscheinlicher, dass die neue Initiative für das Projekt «Ensemble» keine Folgen hat. Komplett ausschliessen lasse sich dies aber nicht. Vor allem aber könnte die Initiative das Projekt zumindest verzögern und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Investoren die Zuversicht verlieren, das Vorhaben «mit intakten Renditeaussichten realisieren zu können».

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Andri Silberschmidts PolitUpdates

Melden Sie Sich zu meinen «PolitUpdates» an und bleiben Sie auf dem Laufenden.