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Die Sanierung der AHV – ein Generationenprojekt

Diesen Herbst stimmt die Schweiz über die AHV-21-Reform ab – ein erster wichtiger Schritt in Richtung nachhaltig finanzierter AHV. Zusammen mit einer breiten Allianz aus bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbänden setzt sich die FDP für die Stabilisierung des wichtigsten Sozialwerkes ein.

Was denken Sie: Werden in Japan mehr Erwachsenen- oder mehr Babywindeln verkauft? Zugegeben, es ist eine plakativ gestellte Frage. Seit 2014 ist Japan das erste Land, in dem die Windelhersteller mehr Geld mit Windeln für Erwachsene verdienen als mit solchen für Kinder. Auch in der Schweiz wird dieses Szenario aufgrund der demografischen Entwicklung schon bald Realität sein. 2015 feierten in der Schweiz erstmals mehr Personen ihren 65. Als ihren 25. Geburtstag. Damit nahm eine über Jahrzehnte fortschreitende Entwicklung ihren Lauf: 2050 wird es in der Schweiz eine Million Menschen über 65 Jahren mehr geben als heute. Dies stellt insbesondere unsere Altersvorsorge vor grosse Herausforderungen. Wird nichts unternommen, häuft sich in der AHV bis 2045 ein Schuldenberg von 200 Milliarden Franken an – das entspricht den Kosten von 16 Gotthard-Basistunneln.

Gemeinsam für gesunde AHV-Finanzen

Der Bau des Gotthard-Basistunnels gilt zu Recht als Generationenprojekt. Gleiches Verständnis sollte bei der Sicherung unserer Altersvorsorge vorherrschen: Nur gemeinsam erreichen wir eine nachhaltig finanzierte AHV. Generationen oder Geschlechter gegeneinander auszuspielen, wie es die linken Parteien und Gewerkschaften tun, sind der Sache unwürdig und leisten keinen konstruktiven Beitrag zur Diskussion. Eine erste wichtige Gelegenheit bietet die Abstimmung über die AHV-21-Reform von diesem Herbst. Wir müssen unsere Verantwortung wahrnehmen und gemeinsam für gesunde AHV-Finanzen einstehen. Tun wir dies nicht, drohen uns massive Steuererhöhungen.

AHV-Sanierung dringend nötig

Während die AHV in ihren Anfangsjahren im Schnitt alle fünf Jahre saniert wurde, liegt die letzte grosse AHV-Reform 25 Jahre zurück. Ohne baldige Sanierungen verschlechtert sich die bereits heute angespannte finanzielle Situation der AHV weiter; allein im Jahr 2030 droht ein Umlagedefizit von fünf Mrd. Franken. Um das zu verhindern und die Finanzen der AHV zu stabilisieren, braucht es die AHV-21-Reform. Leider gefährden die linken Parteien und Gewerkschaften mit dem Referendum zur Reform unser wichtigstes Sozialwerk leichtfertig.

Ausgleichsmassnahmen für betroffene Frauenjahrgänge

Die Vereinheitlichung des Referenzalters für Männer und Frauen auf 65 Jahre wird die AHV jährlich um netto 1,4 Milliarden Franken entlasten und damit die finanzielle Situation der ersten Säule zusammen mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte stabilisieren. Als Ausgleichsmassnahme werden die unmittelbar betroffenen Frauen der Übergangsgeneration eine Kombination aus einem erleichterten Vorbezug und einem generellen AHV-Zuschlag erhalten. Weiter sieht die Reformvorlage die Flexibilisierung des Rentenbezugs zwischen 63 und 70 Jahren für Mann und Frau vor, womit der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand gleitend gestaltet werden kann. Stemmen wir das Generationenprojekt «Sicherung der AHV» und engagieren wir uns diesen Herbst gemeinsam für die AHV-21-Reform.

Die wichtigsten Massnahmen im Überblick

  • Vereinheitlichung des Referenzalters für Männer und Frauen auf 65 Jahre
  • Ausgleichsmassnahmen für betroffene Frauenjahrgänge (erleichterter Vorbezug und lebenslange Rentenzuschläge für insgesamt neun Jahrgänge)
  • Flexibilisierung des Rentenbezugs zwischen 63 und 70 Jahren
  • Anreize für die Weiterführung der Erwerbstätigkeit ab 65 Jahren
  • Zusatzfinanzierung durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte

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