Werkstattbericht zur Halbzeit der 51. Legislaturperiode

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrti Frau Bundesrätin,

liebi Dame und Herre

… und scho sind zwei Jahr ume, sit ihr mir Eues Vertraue gschenkt hend. Vieli, wo hüt Abig cho sind, händ während em Wahlkampf, aber vor allem au ide letschte zwei Jahr mit Rat und Tat unterstützt. Für das bin ich eu sehr, sehr dankbar. Ich danke au für die immer kritisch konstruktivi Begleitig, wo mich am Bode bhaltet. En grosse Dank gilt de Firma Planzer, wo nöd nur de hütige Abig organisiert het, sondern wo ich mich brueflich wiiterentwickle chan. Speziell dank ich a dere Stell minere Familie und damit mine Eltere, Schwöster und ganz bsunders minere Partnerin, wo mich am meiste und längste münd erträge.

Für hüt Abig han ich mir vorgno, en Werchstattbricht vorzträge. Und das underem Motto: Ihr händ mir eues Vertraue gschänkt – was han ich drus gmacht. Was han ich ide letschte zwei Jahr chönne bewürke? Wo stecki no Mitte drin und wo laufi ane Wand? Wie isch das im nationale Parlament mit de Suechi nach Verbündete – trotz ideologische Gräbe? Aber au: Wie erleb ich d Verwaltig, de Bundesrat – mit de notwendige Ischränkige wege de awesende Gäst?

Vorweg chan ich sege, dass mir d Arbet im und als Nationalrat viel Freud bereitet. Und zwar vor allem dänn, wänn ich öpis chan bewege und somit au Würkig im Ziel erziele. Am Afang vo minere parlamentarische Arbet isch mir klar gsi, dass das nur dänn de Fall sih wird, wenn ich mich uf wenigi, aber wichtigi Themen duen fokussiere.

Am Zweite Dezember 2019 han ich mitere Asprach die 51. Legislatur vom eidgenössische Parlament eröffnet. Als Vorbereitig uf hüt Abig han ich nomal die Red füregno und glueged, welli Schwerpünkt sie gha het. Erstens: Sicheri Sozialwärk. Zweitens: Gueti Arbetsplätz und Rahmebedingige für Startups und Drittens: Lösige ide Klimapolitik.

Die Themene hend ergänzt dur mini Schwerpünkt usem Wahlkampf e gueti Grundlage für mini parlamentarischi Arbet geh. Und ich chan Eu säge: D Lernkurve vode Arbet isch riesig. So zum Bispiel s Schicksal vo mim erste Vorstoss:

Innere Motion han ich im Dezember 2019 gforderet, dass d Migration vo hochqualifizierte Fachkräft us Drittstaate liberalisiert wird. Zämme mit Unterschrifte us allne Fraktione – usser de SVP – isch das breit agstütze Aliege au ide Medie guet ahcho. Da de Bundesrat de Vorstoss aber zur Ablehig empfohle het, isch er bis hüt nonig im Rat behandlet worde – und wird sehr wahrschienlich im Dezember, 2 Jahr nach Ireichig, als nöd behandlet abgschriebe. So isch mir schnell klar worde: Wänn’d mit Vorstöss öpis wotsch erreiche, muesch vorgängig mit em Budnesrat respektive de Verwaltig in Kontakt trette. Will wenn de Bundesrat en Vorstoss zur Annahm empfiehlt, wird er ade nöchste Session behandelt. Ei Alternative isch, dass mer sis Aliege direkt ide zueständige Sachkommission lanciert und det e Mehrheit über Parteigrenze bechunt. Sust landets – wie min erste Vorstoss – uf die lang Warteliste, werded doch über 500 Vorstöss pro Session igreicht.

Somit han ich früeh agfange, de Kontakt zude Verwaltig z intensiviere. Da hilft mir au min Isitz ide Gschäftsprüefigskommission, wo en einzigartige Iblick id Abläuf und Abteilige vode verschiedene Departement git. Bevor ich en Vorstoss ireiche, gib ich immer zerst e Recherche in Uftrag, zum Abkläre, ob und i wellere Form das Aliege scho mal thematisiert worde isch. Uf dere Basis gan ich uf die zueständig Person ide Verwaltig zue, um mis Aliege z’bespreche. Mini Erfahrig isch bisher sehr positiv usgfalle: Natürlich isch grundsätzlich zerst e gwüssi Skepzis ume, will wenn en Parlamentarier achlopft, heisst das schnell für’d Verwaltig, dases wohl meh z’tue git. Wenn s eigete Aliege aber guet begründet und dokumentiert isch, han ich stets e grossi Hilfsbereitschaft wahrgno. Mer chunt Inputs und Hiwies über, wo d Chance erhöched, dass de Bundesrat s eigete Aliege au duet unterstützte. De Mehrufwand lohnt sich allemal.

So hed denn de Bundesrat au verschiedeni Vorstöss vo mir zur Ahnahm empfohle: Zum Bispiel e Motion wo forderet, dass de Gründigsprozess vonere neue Unternehmig vollständig digital söll möglich sih. Das Aliege isch vom Nationalrat zu Hande vom Ständerat verabschiedet worde. Oder e Motion wo en Bürokratieabbau im Lebensmittelrecht forderet, so dass Startups au unverpackt chönd gfrohreni Lebensmittel verchaufe. De Vorstoss isch sogar scho vom Ständerat guetgheisse worde und wird jetzt vom Bundesrat umgsetzt. Oder es Postulat, wo ich gforderet han, dass neui Wäg im Versand vo Abstimmigsunterlage a Uslandschwizer testet werded. Grad während de Pandemie sind die Unterlage teils erst nach de Abstimmig bide Uslandschwizer ahcho. Wiiteri parlamentarischi Erfolg vode letschte zwei Jahr han ich innere Broschüre zemmegfasst, wo Sie zämme miteme Gschänk vo Planzer uf ihrem Stuehl findet.

Die erwähnte Vorstöss lösed alles Problem, wo zwar nöd d Welt bewegt hend, aber ide Praxis doch störend sind. Das isch au öpis, wo ich ide letschte zwei Jahr glernt han: Grossi Würf hends schwierig im Parlament. Aber wenn mer es Problem sehr konkret chan benenne – inklusive de Gsetzesartikel, wo münd gänderet werde – stönd d Chance guet, dass mer e Änderig chan erziele. S Aliege muen eifach guet begründet und d Verwaltig wie au anderi Parteie vorgängig abgholt werde. Würkig im Ziel z’ha isch au das, wo mir so viel Freud ade Politik macht.

Für mich enorm Sinn stiftend isch s Engagement als Präsident vo FH Schweiz – em Dachverband vo allen Fachhochschuel Absolventinne und Absolvente. Mir vertretet über 60 tusig Alumni und sind e wichtigi Stimm idä Stärchig vom duale Bildigssystem. Eusi politischi Chernaliege sind klar: D Durchlässigkeit vom Schwiizer Bildigssystem derf weder anere Akademilierig zum Opfer falle no derfs e stitige Absenkig vom Niveau nach abe geh. Mir sind de meinig, dass d Bruefsbildig laufend gstärcht söll werde, so dass de Übertritt ane FH oder via Passerelle ane Uni sichergstellt isch. En Abschluss anere FH söll wie bis anhin e quasi Jobgarantie für de Arbetsmarkt sih und damit en wesentliche Faktor für die sozial Mobilität ide Schwiiz darstelle. Ide letschte Monet händ mir grad im Bereich vode Stärkig vode KV Lehr wichtigi Erfolg chönne erziele, was mich als KV Absolvent natürlich bsunders gfreut het.

Es Herzensaliege vo mir isch – wie Ihr wüssed – d Sanierig vode AHV. Unternehme mir nüt, hüft sich i de nöchste 25 Jahr en Schuldeberg vo 200 Milliarde CHF ah. Das isch vier Mal meh, als de Bund bis jetzt für wirtschaftlichi Unterstützigsmassnahme während de Corona Pandemie usgeh het! Es isch drum eis vo mine Highlights vode letschte zwei Jahr, dass mer d Renteinitiative mit über 100’000 gültige Unterschrifte erfolgrich hend chönne ireiche. D Volksinitiative forderet s Rentealter 66 für beidi Gschlechter i 12 Jahr und denn d Abindig ad Lebenserwartig. Wo ich zämme mit vielne Junge die Initiative vor zwei Jahr lanciert han, hani nöd erwartet, dass s Sammle dur e Pandemie derart igschränkt wird – umso glücklicher bin ich, dass es jetzt endlich e bürgerlichi Volksinitiative zur Sanierig vode Sozialwerch git, wo Druck uf de Bundesrat und s Parlament usüebt. Wänn mer’s nöd schaffed, endlich s Rentealter es bizli azhebe und de Realität ahzpasse, droht eus en Mehrwertstürsatz vo über 10 Prozäntpünkt und somit Mehrusgabe für e Familie vo bis zu hundert tusig Franke über die ganz Lebensdur. Wer das nöd wot, wird nöd drum ume cho, die Initiative z unterstütze. Ich bin jetzt – au mit Blick uf eusi gschätzi Frau Bundesrätin – gspannt, ob de Bundesrat als Kollegium en Gegevorschlag zude Renteninitiative lanciere wird. Imene Jahr werdemer meh dezue wüsse.

Wie Sie merked, simmer bim Blick id Zuekunft ahcho. Mit minere Kandidatur zum Vizepräsident vode FDP.Die Liberalen wot ich meh Verantwortig überneh, um d Wahle im Jahr 2023 als FDP z günne. Und ja, ich bin überzügt, dass mir das gmeinsam schaffe chönd. D FDP isch die Partei mit am meiste Mitglieder und – so find ich – au de beste Mitglieder. Mir engagiered eus uf allne Staatsebene für Freiheit, Gmeinsinn und Fortschritt.

Dank de FDP gits e Partei, wo sich stetig für weniger Bürokratie, Zöll und Abgabe für Unternehme isetzt. Dank de FDP wird laufend id Bildig vo Mensche und Forschig vo neue Innovatione investiert. Dank de FDP wird e nachhaltigi Sanierig vode AHV ernsthaft debattiert. Dank de FDP sölled Mensche endlich dur d Individualbestürig entlastet werde. Dank de FDP sölled alli Mensche am Wohlstand vode Schwiiz partizipiere.

Aber es isch eus nöd glunge, eusi Positionierig direkt und verständlich ad Frau und an Mah z’bringe. Es wird eine vo mine Schwerpünkt sih, dass mir als Partei – wie ich das selber im Übrige au pflege – meh direkt mit de Mensche kommuniziered. Dass alli, wo sich für Eusi Tätigkeite interessiered, nöd nur rechtzitig abgholt werdet, sondern au chönd mitmache und die grosse Linie mitbestimme. D Positionierig vode FDP isch meistens au entscheidend, wie sich d Schwiiz entwickle wird. Und drum macht s politisiere ide FDP au so Freud: Wem d Schwiiz am Herze liht, dem mues au d FDP am Herze liege.

Ich han vorher d Reformunfähigkeit und die fehlende grosse Würf agsproche. Das sind effektiv Themene, wo ich no astahn und wo ich au a mich d Erwartig han, dass sich das in Zuekunft ändere wird. Für das bruchts us minere Sicht zwei Sache: Erstens e FDP, wo sich klar positioniert und klar abgrenzt vo allne andere Partei. E Partei mit Ecke und Kante, wo nöd alli Freud hend, aber wo verlässlich isch und mer chan vertraue. Zweitens bruchts intensivi Diskussione mit Vertreter us allne andere Parteie. Je nach Thema werdet die Koalitione anderst usgseh. Aber es muen euse Aspruch sih, dass mer die grosse, wichtige Herusforderige chönd i wechselnde Koalitione apacke. Das isch das, was s Volk vode Politik erwartet und für was d FDP istaht.

Ich denke da im konkrete selbstverständlich ad Sanierig vode AHV, d Stabilisierig vom BVG und en Usbau vode 3. Süle. Aber es sind nöd nur Themene vode Zuekunft, sondern au unmittelbari Gfahre, wo mer münd apacke: D FDP isch d Wirtschaftspartei und damit isch e Stimm für’d FDP au e Stimm für jede Arbetsplatz. Mir mached nöd Politik als Selbstzweck für «d Wirtschaft», nei: D FDP will Rahmebedingige, dass gnueg Jobs für alli vorhande sind, dass mer au vomene 100% Pensum chan leben und dass mer sich stetig chan wiiterbilde, zum de Aforderige vom Arbetsmarkt grecht werde. Unternehmerisches Denke und Handle isch nöd nur währendere Krise, sondern au danach vo unglaublicher Bedütig. Mer bruched nöd alles Lüt, wo Firmene gründet. Jede und jedi Agstellti chan i ihrem Verantwortigsbereich unternehmerisch Denke und au muetigi Entscheid treffe. Es brucht meh vo dem Elan. Mir sind d Partei wo sich dadefür isetzt, dass de Wohlstand im Land laufend zuenimmt und dass alli a dem Wohlstandszuewachs chönd dra partizipiere.

Ich setze mich in Zuekunft vermehrt defür i, dass mer trotz ideologische Gräbe wieder meh Verbündeti im Parlament findet. Will letschtendlich sind mir 246 Parlamentarierinne und Parlamentarier au alles nur Mensche, wo sich – i ihrem eigete Verständnis – für die beste Massnahme fürs Land dünd isetze.

Die letschte zwei Jahr sind zum Teil anderst usecho, wie ich erwartet han. Ich han dennoch chönne bi verschiedene Dossier eigeti Akzent setze, was mich sehr freut und für mich de Lohn isch für die extrem viele Stunde, wo mer fürs politische Engagement investiert. Die kommende zwei Jahr werdet scho bald prägt sih vo Wahlkampf, vo emotionale Debattene und harte Kämpf. Aber es sölled au zwei Jahr werde, wo mir im Parlament wieder nöcher zemme chömed und als FDP chönd so Ifluss neh, dass d Entscheid wirtschafts- und somit au menschefründlich usfalle werded.

Ich danke Eusre Bundesrätin Karin Keller-Sutter für ihre grossi Isatz i de Landesregierig für eusi schöni Schwiiz. Ich danke am ganze Team vo Planzer für die super Organisation vom hütige Alass und ich wünsche Eu allne jetzt en schöne Abig und e gueti Ziit!

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